Tschaka-takatu und ein buntes, fröhliches, neues Jahr für Dich!

IMG_6061Es gab da dieses Volk, dass leider wie auch die Mayas, schon ausgestorben ist. Dieses Volk hatte einen besonderen Segen, den Tschaka-takatu Segen, der geniest wurde und wie ein Nieser gesprochen wurde, wenn man einander traf. Tschaka-takatu! Das Besondere daran war, dass dem Mund desjenigen, der den Spruch sagte eine Farbwolke entsprang und den anderen ganz und gar umhüllte, wie eine wohlige Umarmung. Man kann es sich vielleicht ähnlich vorstellen wie ein Graffity Künstler, der mit seiner Farbdose die Wand besprüht, nur dass es sich beim Tschaka-takatu Segen um farbreflektierendes Licht, wie beim Regenbogen handelte. Was ganz außergewöhnlich und der Hauptgrund war warum es den Leuten so viel Spaß machte einander auf diese Art und Weise zu begrüssen, war dass man selber nicht wusste, welche Farbe dem eigenen Mund entspringen würde und natürlich hatte man auch keine Ahnung welche man zurück bekam. Merkwürdigerweise schien es immer so zu sein, dass es genau die richtige Farbe im richtigen Moment für den jeweiligen Menschen war. Jeder freute sich auf ein Zusammentreffen und keiner konnte jemals genug davon kriegen.

Ich stelle es mir ähnlich wie die Zauberkaugummikugeln vor, die es gab als ich noch ein Kind war. Das waren riesige, farbige Kugeln aus Kaugummi, die man sich im Automaten für 10 Pfennig ziehen konnte. Der Clou daran war, dass die Kaugummis mit mehreren Schichten verschiedener Farben bedeckt waren. Man lutschte an der Kugel ein bisschen und nahm sie dann wieder aus dem Mund heraus, um zu sehen welche Farbe sie nun hatte. Was für ein Spaß!

Das Tschaka-takatu Volk mit dem Tschaka-takatu Segen war unschuldig im Herzen wie die Kinder und es bereitete ihnen viel Freude Farben über den Tag verteilt auszuniesen, als auch zu bekommen. Es war ein Spektakel und es wurde nie langweilig. Keiner blieb je lange alleine zu hause, weil alle es kaum erwarten konnten jemanden zu treffen und den Tschaka-takatu Segen auszusprechen. Einsamkeit gab es nicht. Wenn man zum Beispiel morgens schwer aus dem Bett kam und schlechte Laune hatte wegen eines merkwürdigen Traumes, dann brauchte man sich nur schnell anzuziehen aus der Haustüre treten und jemanden finden, um den Tschaka-takatu Segen auszutauschen und schon sah die Welt anders aus, farbenfroher. Eintönigkeit gab es aus diesem Grund nie lange, weil man ja über den Tag hinweg die unglaublichsten, überraschensten Farbkombinationen bekam, türkis, lilablassblau, orangerot usw.

Aber woran lag es, dass die Tschaka-takatu Leute ausgestorben sind? Es war der Fremde, welcher eines Tages in ihrem Dorf erschien, der alles änderte ohne es selber zu wissen. Der Fremde entstammte einer gänzlich und vollkommen anderen Kultur. Der Tschaka-takatu Segen war dort nicht bekannt. In dieser Kultur gab man einander die Hand, aber nicht nur das, man machte dabei auch ein Urteil, dass über den Handdruck direkt in das System des anderen aufgenommen wurde. Zum Beispiel wurden solche Dinge gedacht wie „du solltest etwas anderes anziehen, das steht dir nicht“ oder „du kriegst dein Leben nicht auf die Reihe“.

Keiner dachte groß darüber nach, aber so war es. Und nach solch einer Handschlag-Begegnung fühlte sich ein jeder ein bisschen weniger als er es zuvor gewesen war. Als wenn man ihm etwas weg genommen hatte. Deswegen versuchten die Handschüttel Leute Begegnungen zu vermeiden und sie verschanzten sich meistens alleine in ihren Häusern, damit ihnen keiner etwas von sich selbst wegnehmen konnte. Das Händeschütteln wurde nur noch eingesetzt wenn es gar nicht anders ging, wie zum Beispiel bei Geschäftstreffen. Der Fremde war seine eigene Kultur leid und machte sich auf die Reise. So gelangte er zu dem Tschaka-takatu Stamm.

Als der Fremde aber den Tschaka-takatu Segen erwiderte, machte er etwas anders ohne es groß zu wissen, weil es ihm vorher nicht erklärt worden war, wie das Tschaka-takatu funktionierte. Er sendete mit seiner Farbe ein Urteil und da er nicht mehr zuhause war sprach er auch das Urteil aus. „Ich sende dir Gelb, weil das gut zu dir passt, es wird dich aufmuntern.“ Der andere war aufs Größte erstaunt, denn er hatte nicht gewusst, dass es überhaupt möglich war eine Farbe zu wählen, anstelle sie einfach nur kommen zu lassen und selber überrascht zu sein. Es machte etwas Komisches mit ihm. Die Farbe fühlte sich nicht so gut an wie sonst, trotzdem war die Neugierde zu groß und so wählte er auch eine Farbe mit Urteil beim Nächsten den er traf. „Ich sende dir Blau, das wird dich beruhigen.“

Der Farburteil-Virus verbreitete sich schnell und unaufhörlich. Bald gab es Farben, die besser waren als andere. Es gab Streitigkeiten darüber, warum der andere einem diese Farbe und nicht jene geniest hatte, die ja viel besser zu ihm passte und auf die er im Grunde ja auch einen Anspruch hatte. Es gab mit der Zeit immer weniger Farben und sie wurden immer langweiliger. Die Leute sprachen auch die Urteile nicht mehr aus, weil das zu viele Streitigkeiten hervor rief. Sie sendeten diese, so wie das die Handschlag Leute gemacht hatten, in ihren Gedanken. Immer mehr bevorzugten zu hause zu bleiben als den Segensspruch zu verwenden. Der Fremde war längst von dannen gezogen und erfuhr nie was für einen Schaden er angerichtet hatte. Der Virus aber wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Wie der ursprüngliche Segensspruch eigentlich funktioniert hatte geriet zunehmend in Vergessenheit. Das Problem war, dass nicht nur die Farben vergiftet waren, die Menschen wurden auch krank und viele starben vor ihrer Zeit. Die, die nicht krank wurden, starben an Einsamkeit und Verdruss und so kam es, dass das Tschaka-takatu Volk langsam aber sicher vollkommen ausstarb.

Zum Glück gibt es noch Aufzeichnungen über den Tschaka-takatu Segen und Wissenschaftler sind darum bemüht den Segen wieder aufleben zu lassen. Es wurden Tschaka-takatu Siedlungen errichtet, in denen der Spruch erprobt wird. Die Menschen müssen durch ein mindestens 10 jähriges Trainingsprogramm gehen, um zu lernen die Urteile gehen und die Farben einfach kommen zu lassen. Der Plan ist mehrere Menschen zu finden, die den Tschaka-takatu Segen mit unschuldigen Herzen weitergeben und wenn es dann genug von denen gibt, sollen sie Familien gründen und Kinder bekommen, damit in der Welt nach und nach wieder mehr Farben erstrahlen können. Es wird auch darauf geachtet, dass die Kinder schon von Anfang an lernen sich vor Urteilen zu schützen, damit der Tschaka-takatu Segen nicht noch einmal verschmutzt werden kann und die Menschen mit offenen Herzen durch die Welt gehen können.

Ich möchte Dich gerne mit dem Tschaka-takatu Segen segnen.
„Tschaka-takatu!“
Welche Farbe hast Du bekommen? Ich hoffe es war eine freudige Überraschung und vielleicht gibst Du ja den Tschaka-takatu Segen an den Nächsten, den Du triffst, weiter.

In diesem Sinne:
„Tschaka-takatu und ein buntes, fröhliches, neues Jahr!“

Bitte hinterlasse einen Kommentar! Wenn Du meine Geschichte teilst oder meinen Blog abonnierst, dann schicke ich Dir die Geschichte als ein Geschenk im PDF Format direkt in Deine Mailbox.

Get a free kiss (story+film+creative tips) - from your whacky muse!
Sign up and get the PDF delivered to your email.

Leave a Reply

avatar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

  Subscribe  
Notify of