Kindheitserinnerungen – glaubst Du noch an Wunder?

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Ich glaube, wir alle haben unsere Kindheitserinnerungen, die uns mit einem Sinn für das Wunder und der Magie verbinden, mit einer Welt, in der noch alles möglich war!
Ich liebte die Sendung Pan Tau, eine tschechisch-deutsche Koproduktion, die in den 70ern produziert wurde. Pan Tau war ein Magier, der einen Anzug, eine Melone und einen Schirm trug. Er sprach nie und hatte einen sehr freundlichen Gesichtsausdruck. Mit seiner Zauberei half er vor allen Dingen Kindern dabei, ihre Wünsche wahr werden zu lassen. Er tippte ein paar Mal mit seinem Finger auf seinen Hut, umkreiste ihn und voila! Etwas erschien, was vorher nicht da gewesen war. Er konnte sich auch selber zu einer Puppe zusammen schrumpfen. Es war ein wundervolles, absurdes Programm voller Humor und Phantasie!
Ich werde den ersten Teil der ersten Episode am Ende dieses Artikels anhängen, so dass Ihr sehen könnt was ich meine.

Wenn es um das Genre der Märchenfilme ging, dann schien das eine Spezialität, der zu dieser Zeit noch kommunistischen, osteuropäischen Länder und Staaten zu sein; Polen, Rumänien, Tschechien, Russland, die DDR etc. Diese Filme hatten allesamt etwas aussergewöhnlich Zauberhaftes und unterschieden sich stark von den Hollywood Produktionen. Sie waren originell und anrührend zugleich. Ich habe mir zusammen mit meiner Großmutter viele auf dem DDR Kanal angeschaut. Wir beide liebten die Filme und konnten uns ohne Weiteres in diesen magischen Welten verlieren.

Meine Großeltern väterlicherseits kamen ursprünglich aus Ostdeutschland und waren kurz vor dem Mauerbau nach Westdeutschland geflohen. Sie hatten einige abenteuerliche Geschichten zu erzählen, wie sie sich zum Beispiel unter den Kohlen im Keller vor den sowjetischen Soldaten, die das Haus nach ihnen durchsuchten, versteckt hatten.
Ich glaube das Anschauen dieser Filme auf dem ostdeutschen Fernsehkanal verlieh meiner Großmutter ein Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrer ursprünglichen Heimat.
Einige dieser Filme wurden später sehr bekannt. „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ kennt mittlerweile fast jeder in Deutschland. Es ist eine Art Kultfilm geworden und wird besonders gerne zur Weihnachtszeit gezeigt. Ähnlich wie Pan Tau, war auch dies eine tschechisch – ostdeutsche Produktion, aus dem Jahr 1973. Der einzige Unterschied ist der, dass bei Pan Tau, der Westen Deutschlands in Koproduktion gegangen war.
Aschenputtel wird in diesem Film ganz anders, als sie normalerweise portraitiert wurde, gezeigt. Sie ist schlagfertig, ein Wildfang und muss nicht wirklich gerettet werden. Der Prinz andererseits ist naiv, etwas angeberisch, aber natürlich auch entzückend. Die Kernaussage der Geschichte bleibt die Gleiche, nur dass sie mit einem ganz eigenen Humor erzählt wird und dadurch eine frische Perspektive auf ein altes, mythisches Thema wirft. Genau das verleiht dem Film eine besondere Qualität, eine zauberhafte Leichtigkeit, einen Sinn für das Wunder. Im Grunde zeigte „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ eine Welt, die sowohl voller Herausforderungen, als auch unbegrenzter Möglichkeiten zu sein schien. Und das war der Zauber!

Ich erinnere mich noch daran wie ich als Kind alle Zaubergeschichten und zauberhaften Dinge liebte. Das Besondere für mich ist daran, dass Kinder noch an die Möglichkeit der Magie glauben, ausser es wurde ihnen schon ausgeredet. Ich erinnere mich an ein Buch, in dem ein Junge durch Zufall einen Zaubertrunk entdeckte, der ihn für mehrere Stunden in eine schwarze Katze verwandelte. Und natürlich erlebte er viele Abenteuer als solche.
Ich glaubte an die Möglichkeit eines solchen Zaubertrankes und fing an Gräser und Blätter aus unserem Garten für meinen eigenen Zaubertrank zu sammeln.
Was wenn es möglich war? Wie würde es sich anfühlen, sich in eine Katze zu verwandeln? Das war ein aufregender Gedanke.
Was wenn …

Als ich 7 oder 8 Jahre alt war wollte ich Gott testen. Ich kam aus einem Haushalt in dem zu dieser Zeit an nichts geglaubt wurde. Ich war nicht getauft. Es war ein Sonntag und ich wollte Kaugummi haben, Wrigleys, die grüne Packung. Natürlich hatten alle Läden geschlossen und ich dachte, wenn es einen Gott gab, dann war es auch möglich für ihn, Kaugummi in meiner Hand erscheinen zu lassen. So stand ich da, mit geschlossenen Augen und ausgestreckter, offener Hand und stellte mir eine grüne Packung Wrigleys vor. Ich versuchte das für ein paar Minuten und öffnete dann wieder meine Augen. Ich war sehr enttäuscht als ich merkte, dass es nicht funktioniert hatte. Der Zauber war gebrochen. Vielleicht habe ich nicht lange genug gewartet… Mein Glauben, dass alles möglich sein kann, dass es einen Gott geben könnte, hatte einen ernsthaften Knacks bekommen.

Magie gibt es nur wenn man daran glaubt, dass sie möglich ist. Ich würde gerne Dinge aus dem Nichts manifestieren, oder mich in eine Katze verwandeln können.

Vielleicht mache ich mich auf die Suche nach Pan Tau und frage ihn ob ich sein Lehrling sein kann!

Hast Du magische Kindheitserinnerungen? Welche waren das? Glaubst du noch an Wunder, oder wurde der Zauber vor langer Zeit gebrochen? Ich bin neugierig!

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